Wenn du diesen Blog liest besteht ja die Chance, dass du schon mal an einem Rockkonzert warst. Am Tag danach hat man von denen auch immer eine nette Erinnerung daran, was man in der Nacht zuvor getan hat: Es klingelt und pfeift in den Ohren, den ganzen Tag lang. Bis man dann mal die ganze Zeit das Vergnügen mit Klingeln und Pfeifen hat oder taub wird, was einen beides davon abhält, Musik wirklich zu geniessen. Das kann ja auch nicht das Ziel sein.
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| Erste Reihe bei einem live-Konzert: Ziemlich laut dort. |
In der Schweiz gibt's deswegen ein Gesetz, das ein Lautstärkenlimit von 100dB vorschreibt und den Veranstalter zwingt, gratis Ohrenstöpsel abzugeben an Konzerten. Die Bands machen sich natürlich über das Gesetz lustig ("What are they gonna do? Arrest us all?" - "Was wollen die tun, uns alle festnehmen?" fragte ein gewisse Duff McKagan. Bei der Biografie von dem Herrn fragt man sich allerdings, ob er die 100dB wohl nur schon auf den Monitoren braucht, um sich selber zu hören ;-). Die Promoter machen das beste draus und besorgen sich Sponsoren, die ihre hübschen Logos auf die Ohrenstöpsel-Schachteln drucken wollen. Ich nehm auch immer welche mit, weil ich mich dran gewöhnt habe mit verstopften Ohren zu schlafen, als ich neben den Zuggeleisen gewohnt habe.
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| Duff McKagan, jetzt bei Loaded, früher auch mal bei Guns N' Roses, bei einem Konzert in Luzern |
Aber gratis ist halt gratis, und drum ist die Qualität von den Gratisstöpseln nicht so toll. Man hört das Publikum nicht. Dann spielen sie dieses Lied, so richtig zum Mitsingen. Ich nehm die Stöpsel raus und vergesse sie wieder reinzumachen - drei Felder zurück und nochmal würfeln, bitte.
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| Fans halten Feuerzeuge und Handies hoch während einem Konzert von Guns N' Roses in Baltimore, USA. |
Also habe ich mir im Schlagzeugerladen bessere Stöpsel für stolze 60 Franken besorgt, so mit wechselbaren bunten Filtern. Die taugten allerdings auch nicht, und ich habe mich mit den miesen Gratisstöpseln abgefunden. Wenigstens gibt's die immer, falls man die eigenen zu Hause vergisst. Mies sind sie trotzdem.
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| Ein individuell angepasster Ohrstöpsel: Sound bleibt ungestört, aber wird leiser. Sehr zu empfehlen, wenn man öfter Rockkonzerte besucht! |
Jetzt hab ich etwas tiefer in die Tasche gegriffen und mir meine persönlich angepassten Stöpsel besorgt. Du siehst auf den Bildern also quasi die inverse Innenseite meiner Ohren. Das Bild hab' ich aber gemacht, als ich die Dinger neu hatte, also keine Sorge ;-) . Kostenpunkt: 300 Franken. Viel Geld, wenn man's mit "gratis" vergleicht. Aber nicht viel, wenn man sich fragt, was man alles geben würde, wenn man Tinnitus hätte oder taub wäre, nur um wieder Musik hören zu können.
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| Arbeitsgerät des arbeitenden Rockfotografen: Ohrstöpsel! |
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